Das Ohrläppchen durchstechen ist nichts neues, doch es gibt auch eine neue Form der Körpermodifikation: Piercing, was so viel bedeutet wie durchbohren oder durchstechen. Dabei wird Schmuck an diversen Körperstellen platziert, beispielsweise in Form von Ringen oder Stäben, der klassische Piercing Schmuck. Durchstochen wird in der Regel das unter der Haut liegende Fett oder ein Knorpelgewerbe. Was Piercen angeht, so gibt es fast keine Grenzen - Piercing Schmuck ist überall am Körper erlaubt, Das beginnt an der Nase und Bauchnabel, was sehr beliebte Stellen für Piercings sind, und geht über die Lippen und Zungenpiercing bis sogar an intime Stellen wie Brustwarzen, das sogenannte Intimpiercing. Piercingschmuck ist erlaubt, wo es gefällt!
Der Piercing Trend fand im Laufe der 90er Jahre den Weg zurück in die Mode, war jedoch zu Beginn erstmal auf die Punk-Szene eingeschränkt. Doch innerhalb kürzester Zeit weitete sich die Piercing Mode aus, Mitte der 90er Jahre wurde das Piercen zur Jugendkultur, geprägt von einer großen Vielfalt an Piercing Schmuck. Die Etablierung des Piercings dürfte Subkulturen wie der Punk- oder Technoszene zu verdanken sein. Diese Kulturen setzten vor allem auf das Gesichtspiercing und Bauchpiercing, das ansich nichts neues war, aber wieder in die Mode integriert werden musste. Stars wie Tommy Lee, Lenny Kravitz oder Dennis Rodman förderten den Trend der Piercings und trugen offen und immer wieder neue Piercings an ihren Körpern - die Piercingskultur war wiederbelebt und ist als modisch-kulturelle Modeerscheinung in der modernen westlichen Gesellschaft etabliert.
Auf Grund der hohen Gefahr des Piercens wurde im Jahr 1994 die Association of Professional Piercers (APP) gegründet. Die APP setzt Mindeststandards an Piercer, um die Verletzungsgefahren zu mindern sowie auch die Infizierung mit Krankheiten zu unterbinden. Weitere Berufsverbände wie die 2006 gegründete European Association for Professional Piercing (EAPP) versuchen ebenfalls unerfahrene Piercer zu unterstützen und damit den Ruf des Piercings zu schützen.
Der Heilungsprozess nach nach stechen eines Piercings dauert je nach Körperstelle vier bis zehn Wochen. Sollte der Piercingschmuck vorher rausgenommen werden, so wächst die durchgestochene Stelle in der Regel schnell und ohne Komplikationen wieder zusammen. Ein abgeheilter Stichkanal bleibt erhalten, es können jedoch Verengungen auftreten, wenn der Schmuck entfernt wird. Nach Abheilung der Piercingstelle bleiben kleine Narben zurück.