Zungenpiercings

Das Zungenpiercing ist nicht nur eine Modeerscheinung in der westlichen Welt, sondern hat seinen Ursprung in mehrere Kulturen, die das Durchstehen der Zunge als ein religiöses Ritual ansahen. Seinen Anfang nahm das Zungenpiercing in Thailand im 19. Jahrhundert, als im Rahmen der Götterbeschwörung die Zungen durchstochen. Im Westen kam das Piercing auf der Zunge erst in den 90er Jahren als Schmuck in Mode, insbesondere vorangetrieben durch die Techno Szene sowie die Spice Girls. Ebenso wie beim Lippen Piercing oder Bauchnabel Piercing soll das Sexappeal erhöht werden.

Das Stechen eines Zungenpiercings ist recht schnell vollbracht. Der Piercer markiert die Stelle beidseitig, wo die Zunge durchstochen werden soll. Dabei sollen man auf einen seriösen Piercer setzen, dann das Zungenpiercing birgt einige Gefahren: So besteht das Risiko, das Zungenbändchen zu verletzen. Zudem könnte ein schlechter Piercer die Gefahr erhöhen, dass die Zähne durch das Piercing verletzt werden, wenn es falsch positioniert wird. Worst Case können Infektionen auftreten oder Schwellungen die zu Erstickungsanfällen führen. Auch kann das Sprechen beeinträchtigt werden, einerseits durch die Schwellung, andererseits durch das neuartige Gefühl im Mund. In Extremfällen wurden Geschmacksnerven verletzt.

Schmerzen sind beim Stechen des Zungenpiercings nicht so hoch wie vermutet. Doch schwillt nach dem Piercen die Zunge an, was Schmerzen bereiten kann. Ein Barcell schafft dabei Abhilfe.

Ein frisch gestochenes Piercing auf der Zunge erfordert einige Einschränkungen, damit es heilt. Die Abheilung dauert circa drei bis acht Wochen, in der Zeit sollte möglichst weit auf Alkohol, Nikotin, säurehaltige Produkte, Milchprodukte und Oralverkehr  verzichtet werden, insbesondere jedoch in den ersten 1-2 Wochen, sonst wird die Heilung behindert. Gleiches gilt für küssen, das strapaziert in den ersten Wochen die Heilung. Ist alles verheilt und alle Schmerzen weg, macht das Knutschen und Zungenküsse mit dem Piercing später umso mehr Spaß.

Gepflegt werden sollte die gereizte Zunge mit Kamillentee oder Salbeitee. Auch gibt es entsprechende Spülungen die Schmerzen lindern können.

Langfristige Gefahren drohen durch Beschädigung der Zähne. Möglicherweise sollte in Erwägung gezogen werden, statt metallische Kugeln einfach Plastikkugeln für das Zungenpiercing zu nehmen. Ein Stechen eines Zungenpiercings sollte gründlich durchdacht werden. Denn die Kosten sind mit 30 bis 50 Euro relativ gering, doch kann der Stichkanal nicht mehr unsichtbar gemacht werden. zudem bleibt eine Druckstelle des Barcells vorhanden.